Freitag, 8. November 2013

[Making of] Remember, remember...


Mit großer Freude stelle ich fest, dass dieses Foto sehr gut ankam. Da die Veröffentlichung mit Marinas Blogvorstellung (vielen Dank nochmal!) zusammenfiel, konnte ich an diesem Tag gleich einen kleinen Schwung neuer Leser begrüßen, die mir viele liebe Kommentare hinterlassen haben. Willkommen auf meinem Blog, ich freue mich über jeden einzelnen!
In den Kommentaren wurden einige Fragen zu dem Foto geäußert und ich dachte mir, dass es sich hier gut anbieten würde, ein kleines Making Of zu veröffentlichen.

Die Idee für das Foto, das habe ich - glaube ich - schon gesagt, hatte ich schon länger. Mein jüngerer Bruder hat sich diese Guy-Fawkes-Maske zu den Acta-Demonstrationen vor einiger Zeit gekauft und seit dem wollte ich damit etwas anstellen. Inspiriert von dem Film "V wie Vendetta" und natürlich Guy Fawkes' echter Geschichte ist dann also am ersten November dieses Foto entstanden, veröffentlicht habe ich es aber erst am fünften November, da das der Tag war, an dem der Anschlag auf das britische Parlament vereitelt wurde und somit in die Geschichte einging.

In meinem Kopf fing dieses Bild an, nach und nach Formen anzunehmen. Von Anfang an wusste ich, dass die Person auf dem Foto schwarze Kleidung tragen und im Wald stehen sollte. Da das Parlament damals in die Luft gejagt werden sollte und man noch heute in Großbritannien die Bonfire Night mit einem Feuerwerk feiert, war mir klar, dass unbedingt Rauch und eventuell auch Feuer auf dem Foto sein sollten. Das stellte mich vor ein großes Problem, denn wie soll man das anstellen? Ich versuchte, im Internet Rauchfackeln zu bestellen, da mir das Versandhaus aber zehn Euro für den Sicherheitstransport abknapsen wollte, habe ich diese Idee schnell wieder verworfen. Mein nächster Gedanke waren Chinaböller, wie sie die coolen Jungs zu Silvester hochgehen lassen. Ein Blick in den Keller verriet mir, dass wir damit auch noch großzügig ausgestattet waren, mein Bruder und mein Vater rieten mir allerdings von der Idee ab, da die Dinger viel zu laut sind und viel zu wenig rauchen.
Letztlich habe ich mich auf ein kleines Experiment eingelassen: Brennende Zeitung.


Ich habe alte Zeitung zu kleinen Päckchen gefaltet und dann in die Mitte der Päcken einen Würfel Grillanzünder gelegt. Ohne diesen, das habe ich schnell gemerkt, hätte die Zeitung gar nicht gebrannt, da die Luftfeuchtigkeit an diesem Tag sehr hoch war.
Die Frage, die ich mir gleich zu Beginn von allen anhören musste: Hattest du keine Angst, den ganzen Wald abzufackeln?
Ich muss vielleicht dazusagen, dass ich, was Feuer angeht, ein riesiger Schisser bin und mich bis ich 16 war nicht mal getraut habe, eine Wunderkerze zu halten. Aber hier war ich mir einfach absolut sicher, dass nichts passieren kann.

Als Location habe ich mir ein kleines Waldstück bei mir in der Nähe ausgesucht, in dem auch diese Fotoserie gemacht habe. Der Waldboden besteht größtenteils aus zentimeterdickem, feuchten und super weichem Moos. Da es am Tag vorher noch geregnet hat, war der Boden angenehm feucht, aber nicht nass, trotzdem war der Wassergehalt in Boden und auch Luft so hoch, dass das Feuer gar nicht überspringen konnte. Tatsächlich sind die Zeitungen auch einfach heruntergebrannt, ohne das Moos unter sich auch nur zu versengen. Glücklicherweise hat das Papier durch die Druckerschwärze auch schnell gequalmt, was mir den gewünschten Rauch beschert hat. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vorher auch niemanden um Erlaubnis gebeten habe, ich habe einfach gehofft, dass es kein Problem ist, wenn wir am Ende die Zeitungen und einen Großteil der Asche wieder mitnehmen. So war es dann auch, zumindest wurden wir nicht erwischt.



Es war gar nicht einfach, die richtigen Lichtbedingungen zu finden. Es durfte nicht mehr taghell sein, aber auch nicht zu dunkel, eben so, dass es kein schlimmes Rauschen gibt und dass eine düstere Atmosphäre entsteht. Dieser Zeitraum beträgt im Herbst vielleicht eine halbe Stunde, deshalb war es auch nicht weiter verwunderlich, dass wir vor Ort noch einen Spaziergang machen mussten, bis die Sonne sich hinter den Horizon verkrochen hatte.

Das war mein erstes richtiges Shooting mit meiner neuen Kamera (Canon Eos 70D), weshalb ich natürlich sehr gespannt war, ob sie meinen Anforderungen standhalten kann. Da ich zuvor zwei Jahre mit einer 1100D fotografiert habe, ist das natürlich nicht schwer, aber tatsächlich war ich wirklich angetan, von der Geschwindigkeit des Autofokus und der guten Lichtstärke.
Anfangs hat es etwas gedauert, bis ich die richtigen Kameraeinstellungen gefunden habe. Bei dem Bild, das ich letztlich genommen habe, lauten sie wie folgt:
  • Belichtung: 1/83 Sekunden
  • Blendenöffnung: F/1.8
  • ISO: 2000
  • Brennweite: 50mm
  • Objektiv: 50mm/1.4
  • Kamera: Canon Eos 70D
  • Software: Photoshop CS6
Ursprünglich dachte ich, dass ich das Foto stark bearbeiten müsste, so, dass es am Ende schon mehr in Richtung Fotomanipulation gehen würde. An der Bearbeitung saß ich tatsächlich auch eine ganze Weile, aber das Endergebnis und das Original sind sich immer noch sehr ähnlich, da habe ich auch stärkere Bearbeitungen. Um Feuer und Rauch im richtigen Verhältnis auf das Foto zu bekommen, musste ich zwei Bilder miteinander verbinden, was zum Glück gut geklappt hat. Abschließend noch ein kurzes GIF, das den Bearbeitungsprozess knapp zusammenfasst und ein weiteres Foto der Reihe. 


Lasst mich doch wissen, ob euch dieses Format gefällt und ob ich sowas öfter machen soll :)

Liebe Grüße!






Kommentare:

  1. Das Foto ist wirklich so gut geworden, Kompliment dafür!
    Die 'Entstehungsgeschichte' dahinter zu lesen fand ich auch sehr interessant, vor allem die Sequenz, in der man den Weg bis zum fertig bearbeiteten Foto sieht.
    Ich bin begeistert. Mal wieder. (;

    Liebe Grüße und hab ein schönes Wochenende!

    Laura <3

    AntwortenLöschen
  2. Das Foto ist der Wahnsinn - hast du toll hinbekommen!
    Davon sieht man gern mehr :)

    AntwortenLöschen
  3. sehr schöner Blog, ich habe dir dafür den Best Blog Award verliehen :)
    http://wallasworld.blogspot.de/2013/11/best-blog-award.html

    Liebe Grüße,
    Valerie

    AntwortenLöschen
  4. Sehr interessanter Post und wunderschöne Bilder! :)
    Dein Blog gefällt mir wirklich gut!

    LG Hanna

    AntwortenLöschen